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Führung wirkt, bevor sie spricht

Warum Menschen Ihrem Zustand Folgen – und erst dann Ihren Worten

Wir sprechen in Unternehmen viel über Kommunikation, Entscheidungen und Führungskompetenzen. Zu wenig sprechen wir über den Zustand, aus dem heraus Führung überhaupt entsteht. Dabei entscheidet genau dieser Zustand darüber, ob Menschen Vertrauen fassen, Orientierung erleben oder sich zurückziehen.

Menschen nehmen unseren Zustand wahr.  Häufig nicht bewusst, aber zuverlässig. 

Führung ist mehr als Verhalten 

Aus der Neurobiologie wissen wir heute sehr klar, dass unser Gehirn soziale Sicherheit oder Unsicherheit innerhalb weniger Sekunden bewertet – noch bevor wir Inhalte bewusst verarbeiten. Stimme, Mimik, Blickkontakt, Atemrhythmus und Körperspannung senden ständig Signale. Führungskräfte unterschätzen häufig, wie stark diese nonverbale Ebene ihre Wirkung beeinflusst. Menschen folgen deshalb nicht nur Entscheidungen – sie reagieren auf den Zustand, aus dem heraus Entscheidungen getroffen werden.

Sie registrieren, ob wir zuhören oder innerlich schon beim nächsten Termin sind. Ob wir Sicherheit ausstrahlen oder selbst unter Druck stehen. Ob wir offen für andere Perspektiven sind oder bereits im Reaktionsmuster. 

Lange bevor unsere Worte wirken, wirkt unsere Präsenz. 

In der Organisationspsychologie spricht man auch von emotionaler Ansteckung (Emotional Contagion), wenn die Stimmung einer Führungskraft sich auf Teams überträgt – und das wesentlich stärker, als vielen bewusst ist. Das geschieht nicht über Appelle, sondern über Resonanz. Deshalb lohnt es sich, Führung nicht nur als Kommunikationsaufgabe zu betrachten, sondern als Fähigkeit, einen Raum zu gestalten, in dem Menschen Sicherheit, Orientierung und Klarheit erleben.

Aus welchem Inneren Zustand heraus führe ich eigentlich?

Wir haben also hier bereits festgestellt, unser Nervensystem entscheidet in hohem Maße darüber, wie wir wahrnehmen, zuhören, entscheiden und Beziehungen gestalten. 

Das erklärt auch, warum Führung unter Druck oft paradoxer wird. Unser Gehirn schaltet bei anhaltender Belastung zunehmend in einen Modus, der auf Sicherheit und Kontrolle ausgerichtet ist. Das ist evolutionär sinnvoll – für komplexe Führungsaufgaben jedoch häufig hinderlich. Kreativität, Perspektivwechsel, Empathie und strategisches Denken benötigen einen Zustand innerer Sicherheit. Deshalb lässt sich gute Führung nicht allein über Methoden verbessern. Sie beginnt bei der Fähigkeit, den eigenen Zustand wahrzunehmen und bewusst zu regulieren.

Gerade deshalb ist Selbstführung keine weiche Kompetenz. Sie ist die Voraussetzung für wirksame Führung. 

 
Drei Signale, dass Sie gerade eher funktionieren als führen

Der Übergang ist meistens schleichend und wenig bewusst.  Hier drei Hinweise aus meiner Begleitung von Führungskräften und Teams, die immer wieder beobachtbar sind: 

  • Sie beantworten Fragen, bevor Ihr Gegenüber ausgesprochen und Näheres erläutert hat.

Nicht aus Ungeduld. Sondern weil Ihr System bereits im Lösungsmodus arbeitet. Sie hören das Problem – nicht mehr auf den Menschen. 

  • Sie verlassen Meetings und erinnern sich vor allem an die To-Do-Liste.

Sie waren körperlich anwesend. Aber Ihre Aufmerksamkeit war ständig einen Schritt voraus und / oder war dadurch keine innere Kapazität für die Wahrnehmung für sich selbst und Andere da.  Präsenz entsteht jedoch anders.

  • Sie wünschen sich mehr Eigenverantwortung im Team – kontrollieren aber gleichzeitig immer mehr.

Je höher der innere Druck, desto größer wird häufig das Bedürfnis nach Kontrolle. Was als Sicherheit gedacht ist, erzeugt im Team genau das Gegenteil. 

 

 

Die 3 EBenen Wirksamer Führung

Vielleicht suchen Sie bereits nach einer wirksamen Methode in diesem Text. Hier beschreibe ich aus meiner Arbeit kurz die 3 Ebenen wirksamer Führung: 

  1. Ebene: WAHRNEHMEN – ich nehme mich wahr (Körperreaktionen, Gefühle, Gedanken, innere Bilder)
  2. Ebene: REGULIEREN – ich reguliere mich – (Atmung, Haltung, Fokus, Klarheit)
  3. Ebene: WIRKEN – ich gestalte den Raum (Präsenz, Entscheidungen, Kommunikation, Kultur)

Vor einiger Zeit arbeitete ich mit einem Geschäftsführer, der überzeugt war, sein Team brauche mehr Eigenverantwortung. Im Coaching wurde schnell deutlich: Das Team bekam jede Entscheidung wieder zurückgespielt. Nicht, weil der Geschäftsführer Kontrolle wollte – sondern weil sein eigenes Stressniveau so hoch war, dass er Unsicherheit kaum noch aushalten konnte. Erst als er lernte, seinen eigenen Druck wahrzunehmen und nicht sofort zu reagieren, veränderte sich auch das Verhalten seines Teams.

 

🎧 Mehr dazu in der Beyond Busy Podcastfolge

In der aktuellen Folge des Beyond Busy Podcasts spreche ich über Selbstführung, Präsenz unter Druck, Körperwahrnehmung in der Führung und darüber, warum Menschen unserem Zustand oft mehr glauben als unseren Worten.  Und auch der Druckkochtopf meiner Oma fand darin seinen Platz 🙂  

https://open.spotify.com/episode/6wT6Ifh62am6DqmLZJXhos?si=9V5PAuSBR96MoEjcXbV-Bg&nd=1&dlsi=dc6d8dc9bc884a85

Ich freue mich, wenn Sie reinhören! 

 

Und mit dieser Haltung, dem Fokus und Wirkung, möchte ich Sie einladen: Wenn Sie die Impulse aus dem Artikel ansprechen,  melden Sie sich gerne bei mir. 

Ich begleite Unternehmer:innen, Führungskräfte und Menschen, die viel Verantwortung tragen und oft das Gefühl haben, dass am Ende zu viele Entscheidungen, Problemstellungen und Aufgaben immer wieder bei ihnen landen. 

Gemeinsam schaffen wir Strukturen und Zusammenarbeit, die Menschen mitnimmt und Verantwortung teilt. So entsteht mehr Zeit für die wichtigen Zukunftsthemen für Unternehmen, Mitarbeitende und die Region. 

 
Denn Ihr ZuSTAND macht den Unterschied – Sie machen den Unterschied!

 

✨ Ihr kostenloses Erstgespräch  https://sandra-ornig.at/  und Newsletter für wirksame Impulse und Informationen 

✨ Ihre Begleitung in Veränderungsphasen je nach Anliegen verschiedene Angebote auf Sie und das Unternehmen abgestimmt und gestaltbar (vor Ort, online, in der Natur)

✨ Webinar und Vorträge: schauen Sie gerne immer wieder auf den Eventkalender um Ihre Veranstaltungen zu finden! 

Melde Sie sich gerne bei mir!

Bis bald

Sandra Ornig

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Warum Menschen Ihrem Zustand folgen – und erst dann Ihren Worten. Die drei Ebenen wirksamer Führung – „beyond busy“

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