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Impulse dürfen weiterwachsen –
teile hier mit einem Klick diese Gedanken!

Was tun wir mit dem, was wir nicht erklären können?

wEnn Wahrnehmung zur Information wird – und gemeinsames Nachfragen neue Orientierung schafft

Es gibt Situationen, in denen wir spüren, dass sich etwas verändert, noch bevor wir genau sagen können, was es ist. 

Ein Gespräch wird plötzlich zäher. Jemand wird stiller, die Stimme verändert sich, der Blick weicht aus. Oder wir bemerken bei uns selbst Anspannung, ein Zurückweichen oder Abwarten, ein schnelleres Sprechen oder den Impuls, eine Situation möglichst rasch lösen zu wollen. 

Wir nehmen etwas wahr.

Und häufig folgt unmittelbar eine Erklärung: 

„Sie ist nicht einverstanden.“
„Er blockiert.“
„Das wird jetzt schwierig.“
„Ich habe scheinbar etwas Falsches gesagt.“  usw. 

Damit wird aus einer Wahrnehmung sehr schnell eine Annahme – und aus der Annahme eine Reaktion. Es beginnt eine Geschichte, die mit dem tatsächlich Wahrgenommenen nur mehr bedingt, oftmals gar nichts mehr zu tun hat. Diese eigene Geschichte ist geprägt von Erfahrungen und Erwartungen – und kann stärker in das Hier und Jetzt hineinwirken, als uns meist bewusst ist. 

 

🌿 Zwischen Wahrnehmung und Bewertung

Unser Körper liefert uns fortlaufend Informationen über innere und äußere Prozesse. Die Forschung zur Interozeption – also zur Wahrnehmung unseres inneren Erlebens – beschäftigt sich unter anderem damit, wie diese Wahrnehmungen mit Gefühlen, inneren Bildern, Gedanken und Entscheidungsprozessen verbunden sind. Die Regulation dieser Informationsreize spielt dabei eine wichtige Rolle – als Selbstregulation ebenso wie in der Begleitung durch Andere, etwa in professionellen Beratungssettings.

Doch ein Körpersignal trägt noch keine eindeutige Bedeutung in sich.

Anspannung kann möglicherweise in diesem Moment Unsicherheit oder Angst bedeuten. Sie kann ebenso Konzentration, Erwartung oder körperliche Erschöpfung sein. Ein veränderter Blick kann Distanz ausdrücken – oder schlicht bedeuten, dass jemand gerade nachdenkt.

Wahrnehmung ist Information, aber noch kein Ergebnis.

Gerade darin liegt eine wichtige professionelle wie auch persönliche Unterscheidung.

 

🌿 Wenn aus Beobachtung ein gemeinsamer blick wird  

Nehmen wir hier eine Situation aus dem Führungsalltag:

Ein Mitarbeiter sitzt im Gespräch plötzlich zurückgelehnt da, wird einsilbig und beteiligt sich kaum noch.

Die schnelle Schlussfolgerung könnte lauten: Widerstand oder Desinteresse. 

Eine andere Möglichkeit wäre:

„Ich nehme gerade wahr, dass du stiller geworden bist und dich zurücklehnst. Ich habe den Eindruck, dass sich gerade etwas verändert hat. Bin ich da richtig – oder erlebst du es anders?“

Damit wird die eigene Wahrnehmung nicht zur Aussage über den Anderen. Sie wird zur Einladung, sie gemeinsam zu überprüfen. 

Ob tatsächlich Widerstand oder Desinteresse dahintersteht, ob der Mitarbeiter Zeit braucht, um eine Information einzuordnen, oder ob ihn etwas ganz anderes  beschäftigt, zeigt sich erst im weiteren Austausch.

Solche Situationen begegnen mir in meiner Arbeit immer wieder. Gerade dort wird sichtbar, wie viel Orientierung entstehen kann, wenn Wahrnehmung nicht vorschnell zur Erklärung wird. Erst durch den Abgleich entsteht eine belastbare Grundlage für das weitere Gespräch. Das erfordert Mut, Übung, Wiederholung und Neugier auf die eigene wie auf die Wahrnehmung des Gegenübers.

 

🌿 Nachfragen schafft keinen Konsens – aber einen gemeinsamen ausgangspunkt 

Gerade in komplexen oder zwischenmenschlich „verfahrenen“ Situationen kann Nachfragen eine entscheidende Unterscheidung schaffen. Nicht nur, um Wahrnehmungen abzugleichen, sondern auch, um zu prüfen: Habe ich das, was du gesagt hast, tatsächlich so verstanden, wie du es gemeint hast?

Zwei Menschen können dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen und trotzdem miteinander im Gespräch bleiben. Sie müssen nicht zur gleichen Einschätzung kommen.

Entscheidend ist zunächst, woran sie gemeinsam arbeiten bzw. womit sie sich beschäftigen. 

Solche Momente kennen wir nicht nur aus dem beruflichen Kontext, sondern auch im persönlichen Alltag: z.B. jemand kommt nach Hause, wirkt ungewöhnlich still und zieht sich zurück. Die eigene Wahrnehmung kann sofort eine Geschichte auslösen. 

Statt diese Geschichte weiterzuführen, lässt sich die Beobachtung in den Raum stellen: „Ich nehme wahr, dass du heute sehr still bist. Wie ist es gerade für dich?“

Damit wird nicht weniger wahrgenommen, sondern genauer. Vielleicht erzählt dir dein Gegenüber seine Geschichte, vielleicht auch nicht. In jedem Fall bleibt meine Wahrnehmung offen für das, was im Hier und Jetzt tatsächlich da ist.

 

 

🌿 Wenn wir Selbst Teil der Dynamik sind

Besonders interessant wird die eigene Wahrnehmung, wenn unsere Reaktionen selbst Teil der Dynamik werden.

Ein Gesprächspartner reagiert beispielsweise gereizt. Wir spüren in diesem Moment möglicherweise Anspannung und beginnen schneller zu sprechen. Der Andere reagiert darauf mit Rückzug oder Gegenwehr – und innerhalb weniger Sekunden reagieren Beide bereits auf die Reaktion des jeweils Anderen.

Hier kann Körperwahrnehmung ein wichtiges Signal, eine Information sein:

Was geschieht gerade in mir?
Was verändert sich zwischen uns?
Was weiß ich tatsächlich – und was habe ich bereits daraus gemacht?

Die eigene Wahrnehmung ist nicht ein Problem. Entscheidend ist, ob wir sie unbemerkt in Reaktionen übersetzen – oder sie bewusst als Information nutzen. Eine solche Selbstbeobachtung schafft nicht automatisch eine Lösung. Sie schafft zunächst wieder Wahlmöglichkeiten. 

 

🌿Von der Wahrnehmung zur Orientierung

Für mich liegt darin ein wesentlicher Aspekt von Körperintelligenz und zugleich eine wichtige Kompetenz in (Selbst-)Führung und Begleitung. 

Es geht nicht darum, dem Körper die „richtige“ Antwort zu entlocken. Es geht darum, körperliche, emotionale und kognitive Informationen in der jeweiligen Situation wahrzunehmen, sie nicht vorschnell zu bewerten und dort, wo andere Menschen beteiligt sind, die eigene Wahrnehmung transparent zu machen. 

So entsteht ein gemeinsamer Bezugspunkt, ohne dass daraus zwingend Einigkeit entstehen muss. 

Gerade im Kontakt mit mir selbst und Anderen wird damit aus etwas, das wir zunächst nicht erklären können, eine Information, mit der wir weiterarbeiten können. Wir verfangen uns weniger in vorschnellen Deutungen, Bewertungen und Annahmen, die von früheren Erfahrungen geprägt sein können, oder in Vorstellungen darüber, was als Nächstes passieren könnte – und bleiben stärker bei dem, was jetzt beobachtbar und besprechbar ist.

 
Der Moment, in dem Wahrnehmung zur Orientierung wird 

Körperwahrnehmung allein verändert noch keine Situation. Entscheidend wird, was wir mit dem Wahrgenommenen tun.

Wahrnehmen – Aus-/Ansprechen – Abgleichen – Einordnen – Entscheiden

Genau dieser Raum zwischen Wahrnehmen, Einordnen und Handeln interessiert mich in meiner Arbeit – in persönlicher Entwicklung, Führung, Zusammenarbeit und Organisationsentwicklung ebenso wie in Phasen beruflicher oder persönlicher Neuorientierung. 

 

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Wenn Sie diese Gedanken weiterführen möchten, gibt es in meiner Arbeit unterschiedliche Räume, in denen daraus Orientierung und nächste Schritte entstehen können:

✨ aktuelle Webinare zum Thema:

  • „Besser Entscheiden mit Körperintelligenz und Duft“  17.09.2026 16:30 Uhr
  • „Alles was da ist, macht Sinn“ (25.11.2026 14:00 Uhr)

aktuelle Veranstaltungen entdecken: https://sandra-ornig.at/events/

 

✨ Wirksamkeitsraum für Führungskräfte – für Reflexion konkreter Situationen aus dem Führungsalltag und neue Perspektiven auf das eigene Handeln https://sandra-ornig.at/fuehrung-organisation/#wirksamkeitsraum

✨ Wegkompass – 12 Wochen für persönliche Entwicklung, Neuorientierung und stimmige nächste Schritte https://sandra-ornig.at/persoenliche-entwicklung-menschen-begleiten/#wegkompass

 

Wenn Sie diesen Gedanken auf Ihre eigene Situation beziehen möchten, können wir im unverbindlichen Erstgespräch gemeinsam schauen, was gerade wirklich wichtig ist:
https://sandra-ornig.at/

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